Erfahrungen mit Praktikawelten von Salome – Freiwilligenarbeit in Indien

14. Februar 2011

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Salome Mielke hat im August 2010 fast 2 Monate in Indien verbracht und dort Sozialarbeit mit Kindern geleistet und unterrichtet.

Hier kannst du ihren Erfahrungsbericht lesen:

„Der Auslandsaufenthalt in Indien war sehr schön aber anders als ich dachte. Zum einen war ich sehr positiv von dem Land Indien überrascht. Ich hatte vorher, speziell einigen kulturellen Ansichten im Hinduismus gegenüber Vorurteile und musste in dem Land selber erfahren, dass die Freundlichkeit der Menschen sowie der gegenseitige Respekt der immer vorherrscht mir zuvor in keinem anderen Land so begegnet ist. Das war eine tolle Erfahrung, wodurch ich Indien und vor allem die indische Bevölkerung lieben gelernt habe.

Was die Freiwilligenarbeit angeht, haben sich meine Erwartungen in etwa bestätigt. Das Problem bei allen Programmen wie diesen, die nur über einen relativ kurzen Zeitraum gehen ist, dass man im Grunde genommen zu wenig Zeit hat, um den Menschen vor Ort nachhaltig helfen zu können. Das ist schade, mir war es aber eigentlich schon vor der Abreise klar.

Mein Tagesablauf war sehr geregelt. Nach dem Frühstück hatte man Zeit, um sich auf seine Arbeit vorzubereiten. Je nach dem was das war, waren es so Arbeiten, wie Unterrichtsvorbereitung, etc. Ich habe in der ersten Hälfte meines Aufenthaltes morgens Computerunterricht für Frauen gegeben. Später habe ich in einer Behindertenschule gearbeitet, wo ich einen Jungen betreut habe. Den Vormittag hat man bei seiner Arbeit verbracht. In der Behindertenschule haben wir die Kinder erst einzeln unterrichtet für eine Stunde und danach mit ihnen gespielt. Manchmal haben wir besondere Projekte organisiert, wo wir zum Beispiel gebastelt haben.

Man wurde dann wieder zum Mittagessen abgeholt und zum Camp gebracht. Nach dem Essen hatte man etwa 1-2 Stunden freie Zeit, dann hat die Nachmittagsarbeit begonnen. Ich habe in den ersten 3 Wochen in einer Einrichtung gearbeitet, wo Kinder im Alter von 6-15 Jahren nach der Schule kommen konnten und eine Betreuung hatten, sodass die Eltern zur Arbeit gehen konnten. Dort habe ich Englisch und Mathe unterrichtet und mit den Kindern gespielt. Später bin ich nachmittags ins Waisenhaus gegangen, wo ich auch ein Mädchen unterrichtet habe und danach mit den Kindern gespielt habe.

Neben dem üblichen Tagesablauf gab es häufiger Angebote, wie Kochkurs, Hindiunterricht oder Yoga, die nach dem Mittagessen oder vor dem Abendessen waren.

Neben meiner Freiwilligenarbeit bin ich in Indien sehr viel gereist, so war ich jedes Wochenende unterwegs. Meistens bin ich mit anderen Teilnehmern über das Wochenende (manchmal auf Donnerstag bis Sonntag) selbstständig in andere Städte gereist um diese kennenzulernen. Das war eine sehr interessante Erfahrung, da man meiner Meinung nach das Land und die Menschen so am besten kennenlernt.

Außerdem gab es auch zwei Exkursionen, die von IDEX organisiert waren: Eine Fahrt nach Amritsar zum Goldenen Tempel der Sikhs sowie an die pakistanische Grenze und eine Trekkingtour. Beides hat mir sehr gut gefallen.

Während meiner Freiwilligenarbeit konnte ich viele Erfahrungen mit einer fremden Kultur und Bevölkerung sammeln. Ich war zunächst sehr misstrauisch der Bevölkerung gegenüber. Gerade zu Beginn fällt auf, dass man oft als reicher Weißer gesehen wird und daher sehr aufpassen muss. Meine späteren Erfahrungen waren allerdings, dass die Inder unglaublich freundlich und hilfsbereit sind und sich sehr für Europäer interessieren. Es ist üblich, sich einfach mit Fremden auf der Straße zu unterhalten und sich gegenseitig zu helfen. Ich habe kein einziges Mal erlebt, dass ein Inder schlecht zu mir war.

Die Kultur ist vom Respekt füreinander gekennzeichnet, was mich sehr beeindruckt hat. Einige kulturelle Gepflogenheiten sind für uns Europäer sehr schwer nachzuvollziehen, wie beispielsweise die Heiratsgepflogenheiten. Ich habe jedoch gelernt, die Kultur so wie sie ist zu akzeptieren. Es gibt da nichts Schlechtes und Gutes, wir können viel von der indischen Kultur lernen und sie viel von unserer.

Der lustigste Moment meines Aufenthaltes war als ich mit einer Freundin für ein paar Tage nach Shimla gefahren bin. Wir haben uns nachmittags kurz im Hotel schlafen gelegt. Ich bin davon aufgewacht, dass unsere Zimmertür, die auf einen Balkon geführt hat, mit einem Schlag aufgegangen ist. Ich bin aufgestanden, um die Tür zu schließen und sehe, dass ein Affe in unserem Zimmer ist. Ich glaube, der Affe hat sich genauso erschrocken wie ich, er hat die Kekse meiner Freundin geklaut und ist verschwunden. Das war mit Abstand der lustigste Moment meines Aufenthaltes!

Der schönste Moment war die Nacht, die wir bei der Trekkingtour auf dem Berg verbracht haben. Wir haben ein Lagerfeuer gemacht, den Sonnenuntergang und -aufgang angeschaut und weit und breit waren keine Menschen. Das war eine unglaubliche Erfahrung!

Meine Arbeit in der Behindertenschule war auch eine sehr schöne Erfahrung. Ich habe mich mit meinem Schüler sehr gut angefreundet und als der Moment gekommen war, dass ich abreisen musste, hat er mich etwa 5 Minuten umarmt, angefangen zu weinen und wollte nicht, dass ich weg gehe. Das war wirklich ergreifend und mir ist der Abschied dadurch sehr schwer gefallen.

Es war eindeutig eine gute Entscheidung nach Indien zu reisen!

Als Tipp würde ich zukünftigen Teilnehmern noch mitgeben dass es das wichtigste ist, dass sie komplett offen für das Land und die Kultur sind und nicht zu hohe hygienische Ansprüche haben! Dann kann der Aufenthalt wunderschön werden.“

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